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| Text: |
Täglich ging die wunderschöne Sultanstochter auf und nieder Um die Abendzeit am Springbrunn, Wo die weissen Wasser plätschern. Täglich stand der junge Sklave Um die Abendzeit am Springbrunn, Wo die weissen Wasser plätschern; Täglich ward er bleich und bleicher. Eines Abends trat die Fürstin Auf ihn zu mit raschen Worten: Deinen Namen will ich wissen, Deine Heimat, deine Sippschaft! Und der Sklave sprach: Ich heisse Mohamet, ich bin aus Yemmen, Und mein Stamm sind jene Asra, Welche sterben, wenn sie lieben. |
| Epoche: | Romantik |
| Gattung: | |
| Versmaß: | |
| Reimschema: | kein Reim |
| Gedichtanalyse: | Das Gedicht mit dem Titel „Der Asra“ besteht aus vier Strophen mit je vier Versen. In dem Gedicht liegen keine Reime vor. Ein Gleichklang wird lediglich durch die Wiederholung ganzer Verse erzeugt. Der erste Vers jeder Strophe hat jeweils ein Enjambement. |
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| Interpretation: | Das Gedicht „Der Asra“ fällt besonders durch die fehlenden Reime und die Enjambements zu Beginn jeder Strophe auf. Dadurch wird das Fließen des Wassers dargestellt und in einen fließenden Text umgesetzt. In dem Gedicht werden zunächst eine Fürstin und ein Sklave vorgestellt, die sich beide täglich abends an einem Springbrunnen aufhalten. Das Wasser und auch das Auf- und Abwandeln der Fürstin verbildlichen die Vergänglichkeit. Das Wasser ist weiß und damit ein Sinnbild für Reinheit. Passend zu dem weißen Wasser verliert auch der Sklave täglich an Farbe und wird immer bleicher. In der dritten und vierten Strophe wird erzählt, dass die Fürstin den Sklaven nach seiner Herkunft fragt und dieser meint, er sei ein Asra und er stürbe, wenn er liebe. Das Bleichwerden soll man also mit dem baldigen Tod des Sklaven assoziieren. Genauso wie man davon ausgehen soll, dass der Asra in die Fürstin verliebt ist, auch wenn von ihrer Schönheit oder sonstigen Vorzügen gar nicht die Rede ist. Dass der Sklave stirbt weil er liebt, zeigt eine besondere Aufopferung bzw. eine sehnsuchtsgetriebene Liebe, da er seine Angebetete nicht anspricht und nur aus einem gewissen Abstand bewundert. |
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