QuickMenu Save Document
Writing-Time Logo





Gedichte schreiben - Reime

Auch wenn moderne Gedichte oftmals auch ohne jeglichen Reim bzw. Gleichklang auskommen, gehört zur hohen Kunst des Dichtens auch das Reimen. Deswegen möchten wir zunächst unterschiedliche Reime vortsellen, um ihnen einen Eindruck dieser Fertigkeit zu vermitteln.

Stellung des Reims
Es gibt die Formen Endreim, Anfangsreim und Binnenreim. Der Endreim ist der klassische und am weitesten bekannte Reim mit Endstellung der reimwörter wie z.B. in

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.


Der Endreim kann wie hier als alternierender Endreim auftreten, aber auch in der umarmenden Form (abba) oder als Paarreim (aabb). Es empfiehlt sich, den Reim entsprechend passend zum Gedichtsinhalt zu wählen. In dem vorliegenden Gedicht unterstützt das Abwechseln des Reims das Hin- und Herstreifen des Panthers im Käfig.

Der Anfangsreim ist ein Reim, der zu Beginn von zwei oder mehreren Versen auftreten kann, aber für gewöhnlich nicht in der Häufigkeit wie der Endreim auftritt. Ein Besipiel hierfür sind die folgenden Zeilen aus Goethes Faust II

Krieg! ist das Losungswort.
Sieg! und so klingt es fort.


Ein Anfangsreim empfiehlt sich innerhalb eines Gedichts ohne Endreim zur Akzentuierung bestimmter Textpassagen genauso wie zur Betonung einzelner Worte in einem bereits gereimten Text (s. das obige Beispiel).

Der Binnenreim ist ein Gleichklang von zwei Worten innerhalb eines Verses. Dies führt zu einem besonderen Wohlklang des Gedichtes wie in unserem folgenden Beispiel von Brentano zu sehen ist.

Lieb und Leid im leichten Leben
Sich erheben, abwärts schweben,
Alles will das Herz umfangen,
Nur Verlangen, nie erlangen,

In dem Spiegel all ihr Bilder
Blicket milder, blicket wilder
Jugend kann doch nichts versäumen
Fort zu träumen, fort zu schäumen.

Frühling soll mit süßen Blicken
Sie entzücken und berücken,
Sommer mich mit Frucht und Myrten,
Reich bewirten, froh umgürten.

Herbst du sollst mich Haushalt lehren,
Zu entbehren, zu begehren,
Und du Winter lehr mich sterben
Mich verderben, Frühling erben.

Wasser fallen um zu springen,
Um zu klingen, um zu singen,
Schweig ich stille, wie und wo?
Trüb und froh, nur so, so!

Writing Time - Zeit zum Schreiben - Werbung








Dieses Gedicht von Brentano mit dem Titel "Frühes Liedchen" ist ein Meisterwerk des Binnenreims. Auch wenn es einem wahrlich leicht von der Zunge geht, war es sicher nicht einfach zu schreiben.

Phonologie des Reims
Reime kann man in reine und unreine Reime unterteilen. Reine Reime sind solche, die in ihrer lautlichen Struktur identisch sind. Betrachten Sie folgende Beispiele

Herz - Schmerz
Kuchen - suchen
lachen - machen
Weide - Geschmeide


Unreine Reime hingegen klingen nur ähnlich und stimmen lautlich nicht exakt überein wie folgende Beispiele

wagen - laben
Gefieder - Biber
Höhe - stehe


Besonders wichtig bei der Wahl ihrer Reimwörter ist die Besonderheit der Worte. Ein schönes Gedicht reimt sich nicht beständig auf den Worten haben, lieben oder machen. Suchen sie in ihrem Themengebiet außergewöhnliche Reime und besorgen sie sich unbedingt ein Reimlexikon. Ein deutschsprachiges Reimlexikon können Sie hier kostengünstig bestellen, ein englischsprachiges Reimlexikon gibt es hier.

Falls Sie noch etwas unsicher in der Formulierung eigener Gedichte sind, sollten Sie unbedingt viele Gedichte anderer Autoren lesen. Wir empfehlen Ihnen die Gedichte des derzeit sehr beliebten Nobelpreisträgers 2011 Tomas Tranströmer, da diese auch in der heutigen zeit regen Zuspruch erhalten.