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Gedichte schreiben - Versmaße

Auch wenn die moderne Lyrik immer freier von konventionellen Regelwerken wird, ist es immer wieder ratsam, auch ganz klassisch Gedichte zu schreiben.

Denn leider denken heute viel zu viele Schreiberlinge, wenn Sie einen Prosatext mit vielen Zeilenumbrüchen gestaltet haben, sie wären große Dichter. Aber ein Gedicht ist nunmal mehr als eine Anreihung von Wörtern, die in Verse gestaucht werden.

Genau genommen sind "gute" Gedichte die höchste Kunst des Schreibens. Dieser fantastischen Schreibkunst möchte ich Sie auch im Workshop Versmaße näher bringen.

Durch die Verwendung von Versmaßen zeigt man ein höheres Sprachbewusstsein und bringt ein Gedicht in Wohlklang. Der regelmäßige Wechsel von Hebungen und Senkungen macht einen Text erst zu einem Gedicht. Und das gilt auch für moderne Lyrik.

Man nennt eine betonte Silbe "Hebung" und eine unbetonte "Senkung". Es gibt verschiedene Versfüße:

Jambus: Senkung + Hebung (z.B. "Es tagt")

Anapäst: zwei Senkungen + Hebung (z.B. "aufgeregt")

Trochäus: Hebung + Senkung (z.B. "Freude")

Daktylus: Hebung + 2 Senkungen (z.B. "Liebende")

Spondäus: Hebung + Hebung (z.B. "Stabreim")