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Andreas Moehn

Daten
Titel: "Corpus Sacrum: Der Limes-Roman"
Genre: Historischer Roman
Verlag: Societäts-Verlag
ISBN: 978-3797310057
Homepage:
Inhalt
Handlung:
Leseprobe: [...] Unbemerkt waren drei bewaffnete Männer die Treppe von der Via post Portam Praetoriam heraufgestiegen. Ihre Leiber waren in schwarzes Leder gehüllt. Um ihre Hälse lagen Torques, die Goldreife gallischer Krieger, die auf dem Brustbein in dicken Knöpfen endeten. Einer von ihnen hatte sein Haupt unter einer Kapuze verborgen, die beiden anderen hatten nach der Sitte aus den Tagen des Vercingetorix, die bei den Halbwüchsigen derzeit wieder so beliebt war, ihre Haare in Gips getaucht, dass sie schneeweiß abstanden wie Dornbüsche. Diese beiden grinsten Demetrius höhnisch an, denn der junge Mann hatte sich rasch gebückt und einen Stein aufgehoben, den er in der Faust hielt. "Versuche es nicht." Restitutus sah besorgt auf die Kurzschwerter in ihren Gürteln. "Sie stechen dich ab, bevor du den Arm auch nur heben kannst." Demetrius fletschte die Zähne. "Was wollt ihr?", rief er im barbarischsten Akzent, den er hervorbringen konnte. Die Männer lachten. "Was willst du mit dem Kiesel, Bursche?", spottete einer der Gipsköpfigen; so feist war er, dass das Lederwams kaum das Gebirge seiner Brust fassen konnte. "Hast du etwa kein Messer?" Demetrius grinste wölfisch. "Ich bedaure. Mein Herr ist ein edler Mann und duldet nicht, dass sein Gesinde sich mit spitzen Werkzeugen umhertreibe." Der Gipskopf spuckte seitwärts aus. "Du bist Germane. Germanen tragen immer Messer. Das gehört zu ihnen wie die blauen Ritzen in der Haut und die faulen Zähne." Demetrius packte den Stein fester. "Habt Ihr schon einmal einen richtigen Germanen gesehen? Heute Nacht hättet Ihr..." "Genug jetzt!", unterbrach der Dritte, jener mit dem verhüllten Haupt. "Schweige, Lanzenträger Quietus, denn du vergeudest Zeit und erregst zu viel Aufsehen. Ihr seid der designierte Opferherr Caius Iulius Restitutus?" "So ist es", sagte dieser zurückhaltend. "Ich muss Euch auffordern, uns nach Mogontiacum zu begleiten." Sofort vergröberte sich sein Misstrauen. "Aus welchem Grunde? Dort habe ich kein Geschäft zu besorgen." Demetrius warf den Stein in die Luft und fing ihn mit geringschätziger Miene wieder auf.[...]
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