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Rainer Maria Rilke

Daten
Titel: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge
Epoche:
Gattung: Tagebuchroman
Stoffe: Der verlorene Sohn
Motive: Der "eigene" Tod
Puppen
Symbole:
Themen: Großstadt Paris
Inhaltsangabe:

Der einzige Roman Rainer Maria Rilkes Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge besteht aus 71 Aufzeichnungen, in denen der mittellose Däne Malte in Tagebuchform seine Erlebnisse in der Großstadt Paris schildert. Der Leser erfährt nicht, warum Malte nach Paris gekommen ist und erfährt über verschiedene Ereignisse, die Malte in Paris erlebt, einiges über dessen Vergangenheit und Gedankenwelt. Insgesamt fällt auf, dass Handlungen im Pariser Alltag Maltes nur spärlich erzählt werden und der Roman sich in der Gedanken- und Erinnerungswelt des Ich-Erzählers abspielt. Malte versucht verschiedene Thematiken in seinen Gedanken zu bearbeiten. Einerseits ist ein Hauptthema das Sterben. Malte nimmt die Großstadt Paris als Stadt der Sterbenden und „Fortgeworfenen“, wie er die ausgestoßenen und mittellosen Mitglieder der Gesellschaft nennt, wahr. Der Tod ist in Paris für Malte allgegenwärtig, wie bereits in der 1. Aufzeichnung deutlich wird: „Aber ich habe auch offene Droschken ankommen sehen, Zeitdroschken mit aufgeklapptem Verdeck, die nach der üblichen Taxe fuhren: Zwei Francs für die Sterbestunde.“ Er berichtet bei der Behandlung des Themas „Tod“ von drei Toden in seiner eigenen Erinnerung, dem des Großvaters, der Mutter und des Vaters. In den weiteren Gedankenäußerungen Maltes werden auch Tode anderer, berühmter Persönlichkeiten näher erläutert (z.B. 46. Aufzeichnung: Der Tod Christians IV.). Die Wirklichkeit der Stadt Paris erschüttert Malte sehr intensiv, wie sie auch Rilke erschüttert hat, als er nach Paris kam, um seine Monografie über Auguste Rodin zu schreiben. Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass man in Rilkes Briefen Aufzeichnungen findet, die fast identisch in den Malte übernommen wurden. Höhepunkt der Überlegungen Maltes ist die Erzählung der Legende vom verlorenen Sohn als „die Legende dessen ist, der nicht geliebt werden wollte.“ in der 71. Aufzeichnung.

Analyse: Das vorliegende Buch ist von Jens Peter Jacobsons „Niels Lyhne“ beeinflusst worden.
Lese-Faktor
Handlung:
Figuren:
Dialoge:
Spannung:
Gesamt:
Fazit: Der Roman "Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge" von Rainer Maria Rilke gilt als der erste moderne Roman deutscher Sprache.
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Sekundärliteratur
Ajouri, Philip (2009): Literatur um 1900. Naturalismus, Fin de Siècle, Expressionismus. Berlin: Akad.-Verl. (Akademie StudienbücherLiteraturwissenschaft). (Bestellen)
Engel, Manfred; Lauterbach, Dorothea (2004): Rilke-Handbuch. Leben - Werk - Wirkung. Stuttgart: Metzler. (Bestellen)
Kant, Roswitha M.: Visualität in Rainer Maria Rilkes Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge: Eine Untersuchung zum psychoanalytischen Symbolbegriff, Peter Lang, Frankfurt, 2002.(Bestellen)
Leeder, Karen J; Vilain, Robert (2010): The Cambridge companion to Rilke. Cambridge: Cambridge University Press (Cambridge companions to literature). (Bestellen)
Stahl, August: Rilke - Kommentar zu den Aufzeichnungen der Malte Laurids Brigge, Winkler, München, 1990. (Bestellen)
Stephens, Anthony R.: Rilkes Malte Laurids Brigge. Strukturanalyse des erzählerischen Bewusstseins, Verlag Herbert Lang & Cie AG, Bern & Frankfurt, 1974. (Bestellen)
Warning, Rainer: Pariser Heterotopien: Der Zeitungsverkäufer am Luxembourg in Rilkes "Malte Laurids Brigge", Bayerische Akademie der Wissenschaften, 2003. (Bestellen)
Völtz, Heide et al.: "Realität" und "Fiktion" aus systemtheoretischer Perspektive in Rainer Maria Rilkes "Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge" und "Duineser Elegien", Akademischer Verlag Stuttgart, 2006. (Bestellen)