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Roman schreiben - Dialoge

Der Dialog ist einer der wichtigsten Teile eines Romans. Er vermittelt die Ansichten und Eigenschaften der Protagonisten und deren Verhältnis zueinander. Der Dialog besteht aus verschiedenen Handlungsmöglichkeiten:

- Wissens-/Meinungsaustausch

- Zuhören

- ins Wort fallen

- schweigen

- schreien

- flüstern u.s.w.

All diese Handlungen stehen für verschiedene Ursprünge, z.B. kann die Handlung "ins Wort fallen" bedeuten, dass der Handelnde ein Besserwisser ist oder dem Gesprächsteilnehmer seine Geringschätzung kundtun will. Es gibt zwar auch Romane, die fast gänzlich ohne das Mittel des Dialogs auskommen, aber auch wiederum viele, die fast nur auf Dialogen basieren.

Ein Roman mit sehr geistreichen Dialogen ist z.B. der einzige Roman des Erfolgsautors Oscar Wilde: The Picture of Dorian Gray. Wenn Sie der englischen Sprache mächtig sind, sollten Sie es sich nicht entgehen lassen, dieses Schmankerl im Original zu lesen. Bei Übersetzungen geht leider oft viel zu viel des eigentlichen Textes verloren.

Auch unser Beispielroman ist reich an intelligenten Dialogen, wie Ihnen das Beispiel aus Kapitel "2.2.4. Die Figuren - Unentbehrliche Handlungshelfer" hoffentlich gezeigt hat.

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Sie sollten vermeiden, dass Ihre Gespräche gekünstelt wirken. Das erreichen Sie z.B. dadurch, dass Sie nicht jedes Mal mit Begrüßungsfloskeln beginnen. Außerdem sollten natürliche Gesprächsteile enthalten sein wie ins Wort fallen, schweigen, Füllwörter (weil der Sprecher überlegt, sich unsicher ist etc.). Wichtig ist auch, dass Ihre Figuren nicht über belanglosen Blödsinn reden wie "Bringst du den Müll raus?" "Was kochst du gerade?" etc. Das heißt nicht, dass Sie in Ihren Dialogen stets nur über hochtrabende Dinge reden müssen. Aber die Gespräche sollten anspruchsvoll und gehaltvoll sein. Ein gutes Beispiel hierfür wäre Jane Austens Pride and Prejudice (zu Deutsch "Stolz und Vorurteil"), in dem die Figuren in ihren Dialogen u.a. darüber sinnieren, was Stolz ist und ob dieser zu befürworten sei oder nicht. Da es in dem Roman um dieses genannte Thema handelt, ist der Inhalt eines solchen Dialogs für den Handlungsverlauf entsprechend gehaltvoll.

Mit Dialogen können Sie auch Sachverhalte erklären, die in Ihrem Roman nicht vom Erzähler selbst erwähnt werden. Wenn z.B. eine junge Frau ihre Eltern besucht und Sie die ganze Begrüßungszeremonie bei der Ankunft am Haus aussparen wollen, können Sie auch einfach in einem Dialog der Eltern die Mutter sagen lassen, dass die Tochter vor einer Stunde eingetroffen sei und wohl gleich zum Essen erscheinen wird.